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Forschungsprinzipien und methodischer Ansatz
Grundverständnis
Das Projekt basiert auf dem Anspruch, historische Sachverhalte quellenbasiert, nachvollziehbar und überprüfbar zu dokumentieren. Im Mittelpunkt steht nicht die narrative Darstellung, sondern die rekonstruktive Erfassung historischer Realität auf Grundlage belastbarer Primärquellen. Ziel ist die Schaffung einer dauerhaft referenzierbaren Arbeitsgrundlage, die sowohl für interessierte Laien als auch für die wissenschaftliche Forschung nutzbar ist.
Primärquellenorientierung
Die Bearbeitung erfolgt konsequent primärquellenbasiert. Dazu zählen insbesondere:
- alliierte Luftbilder (z. B. RAF, USAAF)
- deutsche Karten und Lageunterlagen
- Archivbestände (insbesondere Bundesarchiv, NARA, TNA)
- zeitgenössische Dokumente der Luftwaffe und Marine
Sekundärliteratur wird ergänzend herangezogen, jedoch nicht als alleinige Beleggrundlage verwendet.
Jede Aussage soll — soweit möglich — auf eine konkret nachweisbare Quelle zurückführbar sein.
Quellenkritik und Validierung
Alle verwendeten Quellen unterliegen einer kritischen Bewertung hinsichtlich:
- Entstehungskontext
- Überlieferungszusammenhang
- möglicher Fehlerquellen (z. B. Fehlinterpretationen von Luftbildern)
Zentrale methodische Grundlage ist das Prinzip der Mehrfachvalidierung:
Eine Aussage gilt erst dann als belastbar, wenn sie durch mehrere unabhängige Quellen gestützt wird.
Insbesondere die Kombination aus:
- Luftbildauswertung
- archivalischer Überlieferung
- geographischer Verortung
ermöglicht eine hohe Aussagequalität.
Georeferenzierung und Raumbezug
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist die exakte räumliche Verortung historischer Objekte.
Die Georeferenzierung erfolgt durch:
- Abgleich historischer Luftbilder mit aktuellen Orthofotos
- Identifikation charakteristischer Geländemerkmale
- Bestimmung von Koordinaten (z. B. Mittelpunkt der Stellung oder Befehlsstelle)
Dies ermöglicht:
- reproduzierbare Ergebnisse
- kartographische Darstellung
- Vergleichbarkeit mit anderen Datensätzen
Fokus auf schwere Flakstellungen
Die Beschränkung auf schwere Flakbatterien erfolgt aus methodischen Gründen:
Leichte und mittlere Flak unterlagen häufigen Standortwechseln und sind daher nur eingeschränkt rekonstruierbar.
Schwere Flakstellungen hingegen:
- sind in Luftbildern klar identifizierbar
- weisen eine höhere Standortkonstanz auf
- sind archivalisch besser dokumentiert
Diese Auswahl erhöht die Nachvollziehbarkeit und wissenschaftliche Belastbarkeit der Ergebnisse.
Dokumentationsstandard
Für jede Flakstellung wird ein einheitlicher Dokumentationsansatz verfolgt, bestehend aus:
- strukturierten Metadaten (Einheit, Bewaffnung, Zugehörigkeit)
- kartographischer Darstellung
- Luftbildauswertung
- Quellenangaben mit eindeutiger Referenzierung
Ziel ist eine standardisierte und vergleichbare Datenerfassung über alle Einträge hinweg.
Transparenz und Nachvollziehbarkeit
Alle Arbeitsschritte sollen für Dritte nachvollziehbar sein. Dazu gehören:
- klare Quellenangaben (inkl. Signaturen)
- Trennung von gesicherten Fakten und Interpretation
- Kennzeichnung von Unsicherheiten
Das Projekt versteht sich ausdrücklich als offene Forschungsdokumentation, nicht als abgeschlossene Darstellung.
Arbeitsweise
Die Bearbeitung erfolgt in kontinuierlichen, zeitlich begrenzten Arbeitseinheiten.
Diese Form der kleinschrittigen Forschung ermöglicht eine langfristige und systematische Erschließung des Themenfeldes, insbesondere im Kontext zunehmender Digitalisierung von Archivbeständen.
Einordnung
Das Projekt bewegt sich an der Schnittstelle zwischen:
- lokalhistorischer Forschung
- militärhistorischer Analyse
- digital gestützter Quellenarbeit
Es verfolgt keinen rein narrativen Ansatz, sondern versteht sich als empirisch fundierte Grundlagenarbeit, die weiterführende Forschung ermöglicht und unterstützt.
